Krankenstand bei der Polizei auf Rekordhoch

Durchschnittlich 39 Krankentage pro Beamten verzeichnet die Landespolizei. Auch das sind Polizisten, die in der Fläche fehlen.

Die Ostsee-Zeitung berichtet:


Rostock. Einen neuen Rekord müssen sich Polizisten im Land an die Uniform heften: Sie waren mit durchschnittlich 39 Tagen im Jahre 2018 länger krank als je zuvor. Die Zahl bezieht sich auf die 4779 Vollzugsbeamten, also jene, die direkt beim Bürger im Einsatz sind. Insgesamt bilanziert das Innenministerium für das Vorjahr 187 448 Krankentage. 2017 lag die Quote noch bei 35,8, 2016 bei 36,6 Tagen je Beamter.

Manthei kritisiert Sparpolitik zulasten der Polizisten

Die brandneuen Zahlen gehen aus einer Antwort auf eine Anfrage von Matthias Manthei (Freie Wähler/BMV) im Landtag hervor. Mantheispricht von „wahrlich alarmierenden Zahlen. Der Krankenstand ist katastrophal“. Besonders auffällig: Älter Polizisten in MV waren besonders lange krank: die Altersgruppe über 51 sogar je 55,9 Tage in 2018. Manthei fordert die Regierung auf, dieser Entwicklung unverzüglich entgegenzuwirken, Stellen entsprechend zu besetzen. „Die unselige jahrelange Sparpolitik führt zu immer weniger Beamten.“ Denn wie das Ministerium auch mitteilt: Die Zahl aller Vollzugspolizisten ist von 2010 auf 2018 um 420 gesunken.

Die gut 39 Krankentage in 2018 bedeuten: Polizisten in MV sind doppelt solange krank wie alle Erwerbstätigen – und das, obwohl der Nordosten bei Krankschreibungen bereits bundesweit Spitze ist. Die Techniker Krankenkasse registrierte 2017 gut 19 Krankentage je Berufstätigen in MV, AOK und Barmer 21,3. Bundesweit liegt der Schnitt bei etwa 15.

Polizeigewerkschaft: „Schichtarbeit macht krank“

„Polizeiarbeit macht krank“, sagt Christian Schumacher, Gewerkschaft der Polizei in MV. „Schichtarbeit besonders. Das ist die Folge von jahrelangem Raubbau.“ Im Grunde fehlten durch Krankheit „ganze Revierbesatzungen“. Neu beschlossene Stellen seien noch nicht angekommen, da die jungen Polizisten noch in der Ausbildung sind.

Frank Pubantz