Medizinische Altersbestimmung bei jungen Ausländern erfolgreich


Die Zahl der medizinischen Altersbestimmungen bei unbegleiteten minderjährigen Ausländern ist im Jahr 2018 weiter gestiegen. Die Verdachtsfälle der Jugendämter, es läge entgegen den Angaben des Ausländers Volljährigkeit vor, haben sich fast vollständig bestätigt. In nur einem von elf Fällen wurde die Minderjährigkeit bestätigt.
Die Schweriner Volkszeitung berichtet:

Einheitliches Verfahren für Alterstests gefordert
Die Fraktion Freie Wähler/BMV im Landtag hält ein einheitliches landesweites Verfahren bei der medizinischen Altersfeststellung von jungen Asylbewerbern für notwendig. Die Behörden in MV würden derzeit unterschiedliche Methoden anwenden, bei denen die Kosten erheblich variierten, kritisierte Fraktionsmitglied Matthias Manthei.


Die Kosten für medizinische Tests zur Altersbestimmung lagen 2018 laut Manthei zwischen weniger als 800 Euro bis zu rund 1500 Euro pro Fall. „Verschiedene Untersuchungen an der Uniklinik Schleswig-Holstein waren etwa bedeutend günstiger als allein das Röntgen der Zähne an der Uniklinik Hamburg“, erklärte der Abgeordnete.


Die Jugendämter in MV hatten vergangenes Jahr elf medizinische Altersüberprüfungen bei vermeintlich minderjährigen Flüchtlingen angeordnet. In den meisten Fällen bewahrheitete sich der Verdacht: Achtmal wurde die Volljährigkeit festgestellt. Mit den Tests waren in allen Fällen auf Altersüberprüfungen spezialisierte Institute außerhalb von MV beauftragt worden. Manthei schlägt stattdessen vor, die rechtsmedizinischen Institute in Rostock und Greifswald für Untersuchungen einzubeziehen.


Das Sozialministerium sieht derzeit aufgrund der relativ geringen Fallzahlen keinen dringenden Handlungsbedarf für eine Vereinheitlichung der Verfahren. „Die Jugendämter in den Landkreisen und kreisfreien Städten gehen unserer Einschätzung nach sehr gewissenhaft mit dieser Aufgabe um“, so ein Ministeriums-Sprecher.
– Quelle: https://www.svz.de/22255817 ©2019